Balkan-Motorradtour Day 6 / 2022

 



07:00 Der Wecker geht los. Frühstück lassen wir aus. Der Tag ist vollbepackt mit Highlights. Dass wir das Programm nicht durchbringen, wird uns erst viel später klar.



08:30 Wir fahren los. Es geht in Richtung Schwarzer See im Durmitor Nationalpark. Dort erst mal die Drohne ausgepackt. Die Bustouristen sind noch nicht da. Wir sind die Ersten, super. Also schnell hoch das Ding und alles schön abfilmen. Eine Mega Kulisse. Der See ist zwar nicht schwarz aber wunderschön mit ganz klarem Wasser. Wir gönnen uns den ersten Cappucchino im Restaurant und fahren dann weiter. Die Zeit ist etwas knapp.


Wir fahren durch den Durmitor Nationalpark, der also ein Mega Naturspektakel bietet. Dutzende Kilometer Weite und endlose Strassen durch allerfeinste Natur. Wir kommen an einer Zahlstelle an. 3 Euro pro Person müssen wir zahlen. Die Jungs die das einkassieren schauen auf den ersten Blick aus wie Wegelagerer. Aber ein kurzer Blick auf Google bestätigt die 3 Euro. Alles gut.






Wir kommen nahtlos in den Piva Naturpark. Der kostet nur 1 Euro pro Person. Auch der hat es faustdick hinter den Ohren. Und ich dachte schon, schlimmer als am Komansee kanns nicht mehr kommen. Oh doch, hier ist die Strasse förmlich übersäht mit Steinen, Felsbrocken und allerlei Gebrösel. Da die Felsen teilweise überhängen, mal lieber etwas mehr fahrbahnmittig fahren. Man weiss ja nie.


Auf dem Weg zum Zmijinje Jezero Stausee sind die Strassen im Berg mit Tunneln versehen, als hätten hier riesige Würmer sich durch den Berg gefressen. Natürlich ist es im Tunnel zappenduster und auch hier übersäht mit allerlei Gestein. Ein paar Gestalten die weder Stirnlampen noch Sicherheitswesten tragen, schippen die Steine mit Schneeschaufeln und Besen zur Seite. Wir machen noch ein paar Drohnenaufnahmen und dann kommen wir auch schon zum Stausee. Es fällt mir schwer, nicht im Superlativ zu schreiben aber irgendwie ist es halt bildgewaltig. Man steht da und wird förmlich von der Landschaft wie aufgesaugt und aufgefressen. Anders kann man das kaum beschreiben. Wir befinden uns in der Tara Schlucht, welche die längste und tiefste Schlucht Europas ist.

Wir essen zu mittag und zeigen der Dame unser Vorhaben über die grüne Grenze. Sie verzieht das Gesicht und meint nur: Illegal. Na man denkt sich ja dann, wir schon gut. Aber andererseits spricht im Knast wohl niemand deutsch und daher nehmen wir den Grenzübertritt den sie uns empfiehlt. Aber dazu später mehr.

Unser Tagesziel ist Mostar in Bosnien Herzegovina und das ist noch 4 Stunden enfernt. Es ist 13:30. Also los. Wir fahren entlang der Taraschlucht entlang einmal hoch Richtung Norden um auf der Gegenseite dann wieder in Richtung Süden zu fahren. Wir kommen an der Grenze an. Ausweis zeigen, natürlich mit Fahrzeugausweis, denn es darf ja nichts geklaut sein. Dann weiter...... und ja, wir waren noch immer in Montenegro und prompt fährt Samba 5m an der Grenzkontrollstelle vorbei. Meine Güte, was für ein Geschrei. Das hat sich aber zum Glück gelegt und wir zeigen wieder den ganzen Karsumpel.

Dann nach der Grenze, und ich dacht noch, was für eine Bruchbude von Grenzgebäude, geht es weiter als wären die Strassen erst 2022 erfunden worden. Die Strasse war zur Hälfte geteert und die andere war Schotter. Na denn, rechts überholen war angesagt, denn die Autos fuhren Schlange wegen der tiefen Schlaglöcher. Rechts raus, aufstehen, Gas auf und ab durch die Staubwolke. Und ja, diese Brücke an der Grenze, wo die Holzbalken lose auf der Brückenkonstruktion liegen und sich bewegen wenn man drüber fährt, ich mag gar nicht daran denken.





Angekommen in Mostar, natürlich im Regen, checken wir im Wellness Schuppen ein, was wir nicht nutzen können aber egal. Nach einer Dusche gehts zur Mostar Brücke (Stari Most). Ein paar Bilder schiessen und ab ins Restaurant. Der Kellner spricht deutsch und empfiehlt bosnische Spezialitäten. Also einfach mal bringen und ich muss sagen, das ist alles sehr sehr gut. Und ach ja, in Bosnien Herzegovina wird wieder cash bezahlt.

Morgen gehts zu den Kravica Wasserfällen und zum Kloster Blagaj.

Spicki

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